Page 6 - Bürgerinfo Steinhöring
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Bürgerinformation

            Gemeinde Steinhöring

            Die Ortsgeschichte von Steinhöring

Geschichte   Steinhöring ist einer der ältesten Orte   Um 15 v. Chr. dringen die Römer über          Steinhöring aus vergangenen Tagen
             im Landkreis. Bereits lange vor der       die Alpen bis zur Donau vor und be-
             ersten urkundlichen Erwähnung fin-        setzen unser Gebiet. Ortsnamen wie     Landkreis Ebersberg. In der dazuge-
             den sich Spuren menschlicher Be-          Tulling (vom Namen Tullius?) und       hörigen Siedlung lebten ca. 335 Men-
             siedlung. Aus der jüngeren Steinzeit,     Sensau (von Senatus?) deuten auf rö-   schen. Sie bestand ca. 130 Jahre von
             die auch Neolithikum genannt wird,        mischen Ursprung hin.                  570 bis 700 n. Chr. Um 900 gab es eine
             wurde zwischen Steinhöring und            Mit der bajuwarischen Landnahme (ab    Burganlage direkt oberhalb der Sied-
             Berg ein Steinbeil (Lochaxt) aus Grün-    ca. 570 n. Chr.) bekommt Steinhöring   lung auf dem Höhenrücken zwischen
             stein gefunden. Es muss der Althei-       größere Bedeutung.                     Abersdorf und Endorf. Vermutlich hatte
             mer Gruppe (2000 bis 1800 v. Chr.)        Vermutlich führte schon zur Römer-     diese Anlage schon früher eine Schutz-
             zugeordnet werden und ist der erste       zeit eine Straße nahe vorbei an dem    funktion für die Zoll- und Handels-
             Nachweis einer menschlichen Sied-         1976 entdeckten bajuwarischen Rei-     station, die man bei der Siedlung ver-
             lung bei Steinhöring.                     hengräberfeld auf der Flur „zum Bach-  mutet.
                                                       kramer“ (beim Sportplatz). Man fand    Steinhöring wird erstmals 824 n. Chr.
            Funde in der Nähe des Gutes Thailing       einen Friedhof mit 255 bestatteten     schriftlich erwähnt, als der Kleriker
            (Bronzebarren) und in der Sensauer         Menschen aus der Merowingerzeit (ca.   Mahali seinen Besitz zu Steinher(inga)
            Filze (Randleistenbeil) zeigen, dass auch  480 bis 750 n. Chr.). In den Gräbern   an das Bistum Freising übergibt. Der
            in der Bronzezeit (1800 bis 1250 v. Chr.)  lagen Waffen und Schmuckstücke (u.     Name Steinher(inga) stammt ver-
            Menschen in unserem Gemeindegebiet         a. kostbare goldene Ohrringe). Diese   mutlich von „Steinher“, dem ersten
            siedelten.                                 Grabanlage ist – neben Pliening – das  namentlich bekannten Adeligen in
            Auch Kelten (500 bis 15 v. Chr.) siedel-   früheste Zeugnis der Bajuwaren im      unserem Dorf. Er muss noch vor 740
            ten im Ebrachtal. Die Luftbildarchäo­                                             n. Chr. die Grundherrschaft ausgeübt
            logie entdeckte in Endorf eine sog.                                               haben. Vermutlich war Steinhöring eine
            Viereckschanze (mit einer Seitenlänge
            von 50 m – siehe Foto Band I unserer
            Ortschronik). In Lieging konnte der
            Nachweis nicht eindeutig erbracht
            werden.

            Ansichtskarte Steinhöring

            4 www.gemeinde-steinhoering.de
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